S-log 2 mit der Sony Alpha 7s richtig nutzen (Updated)

Warum sollte man sich bemühen mit S-log 2 (z.B. mit der Sony A7s) zu filmen? Man muss die Videos definitiv nachkolorieren und man hat nur noch ISO 3200 oder mehr zur Verfügung? Wie ihr S-log 2 mit der Sony Kamera richtig nutzt seht ihr im Video oder im Text.
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Warum nimmt man S-log 2

Die Antwort findet sich in dem Wort: Dynamic Range. Dynamic Range bzw. Kontrastumfang, ist ein Wert, welcher die Differenz der Belichtungsbereiche in einem Bild darstellt. Ich habe die Belichtung auf die helle Fläche eingestellt. Mit dem normalen Bild Profil sieht man in den dunkleren, tiefen Bereichen keine Details mehr. Als Vergleich seht ihr hier die gleiche Aufnahme mit dem S-log 2 Profil. Es ist zu sehen, das in den tiefen und hellen Bereichen die Details wesentlich besser erhalten bleiben.
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Vergleich von normalem und S-log 2 Bildprofil

Aufnahme mit S-log 2 und der A7s

Um mit der Sony A7s Videos im S-log 2 Profil aufzunehmen, ist es notwendig ein Picture Profile zu nutzen. Dazu bietet die Kamera das PP7 an. Dieses ermöglicht eine Dynamic Range von 14 Blendenstufen in einem Bild festzuhalten. Allerdings ergeben sich mit dessen Nutzung einige Einschränkung. Zum einen können nur noch ISO-Werte ab 3200 genutzt werden. Und zum anderen ist es zu empfehlen einen White Balance Preset von Sony zu nutzen. Um mit diesen hohen ISO Werten bei Tageslicht brauchbare Aufnahmen machen zu können, ist es notwendig mit einem ND Filter, kleineren Belichtungszeiten oder einer kleineren Blende das Licht zu zügeln. Außerdem solltet ihr bedenken, das ein erhöhen des ISO-Wertes auf mehr als 3600 die darstellbaren Blendenstufen reduziert.

Grey Cards and White Cards

Bevor ich aber zur Praxis komme, muss ich euch erst dieses extrem hochkomplex konstruierten Hilfsmittel erklären. Eine White bzw. Grey Card bieten die Möglichkeit, die Kamera am exaktesten einzustellen. Die Weiße Seite hat ein Reflektionsverhalten von 90% und mit ihr kann man den Weißabgleich einer Kamera zuverlässig durchführen, oder auch die Belichtung einstellen. Die Graue Seite hat ein Reflektionsverhalten von 18% und nennt sich Mittelgrau. Mittelgrau heißt es, da wir mit unserem menschlichen Empfinden dieses Grau für die Hälfte an Helligkeit zwischen Weiss und Schwarz halten. Der Begriff Mittelgrau ist hierbei wichtig, da eine typisch beleuchtete Szene durchschnittlich hell sein sollte. Also das Mittel zwischen sehr hell und sehr dunkel. Diese graue Fläche bietet sich also gut als Referenz an, um die Belichtungsstärke einer Szene einzustellen.

Weiss, Mittelgrau und S-log 2

Um die Belichtung für das S-log 2 Profil einzustellen, müsst ihr ebenfalls noch folgendes wissen. Fernsehgeräte haben seit mehr als 60 Jahren einen Standard für die Kontrastwiedergabe.Dieser nennt sich “Recommendation BT-709″ oder kurz Rec-709. Wenn ich in diesem Kontrastraum ein Blatt Papier weiss darstellen möchte, dann sollte ich dieses auf eine Belichtungsstärke von 85 bis 95% einstellen. Für alles was in dem Videobild heller als dieses Blatt Papier ist, ist nicht mehr viel Luft nach oben um es ordentlich darzustellen.

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Vergleich der Weissbelichtungswerte. Der Kontrastbereich ist unterschiedlich: REC 709 = 7 Steps, S-log 2 = 14 Steps.

Ein Wolkenhimmel, ein Außenfenster oder Metallreflektionen würden an Detailierung verlieren. Um diese fehlenden Details trotzdem sichtbar zu machen und um einen größeren Kontrastbereich in einem Bild aufnehmen zu können, bietet die Sony Kamera das S-log 2 Profil an.Dabei wird Weiss nicht mit 85% bis 95%, sondern mit 59% aufgenommen. Das Mittelgrau hingegen liegt im REC-709 Bereich bei 41-42% und wird bei S-log 2 auf 32% aufgenommen.





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Vergleich der Graubelichtungswerte

In beiden Fällen steht bei S-log 2 nach oben ein höherer Belichtungsbereich zur Verfügung.

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S-log 2bietet mehr Raum für helle und dunkle Details

In Folge dessen verringert sich natürlich die Helligkeit des Bildes, welches auf dem Kameradisplay zu sehen ist.

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Die Helligkeit des S-log 2 Bildes ist geringer

Außerdem sehen die Bilder auf dem Display Kontrast- und Farblos aus. Diese Methode sorgt dafür, das ein größerer Dynamikbereich in den begrenzten Rec-709 Kontrastraum quetscht werden kann.

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S-log 2 quetscht einen höheren Kontrastbereich in den REC 709 Standard

Die richtige Belichtungseinstellungen ohne alles

Jetzt kann es endlich losgehen. Wenn ihr die Kamera nutzen wollt und nicht jede Menge Assistenten um euch herumlaufen. Euch Kaffee bringen und das Lightmeter halten, dann kann die Bereichsbelichtungsmessung helfen. Ganz einfach macht ihr es euch, indem ihr die Automatische Belichtung einstellt, die Bereichsbelichtung im Menü auswählt und eure Kamera auf die Szene richtet. Die Kamera ermittelt in diesem Fall einen Helligkeitsdurchschnittswert aus verschiedenen Bereichen im Bild.

Wenn der Belichtungsausgleich der Kamera auf Null steht, dann setzt die Kamera das Bild auf den von Sony definierten S-log 2 Helligkeitsbereich Mittelgrau. Also 32%.

Die richtige Belichtungseinstellungen mit der White Card

Wenn ihr die volle Kontrolle über die Belichtungseinstellungen haben wollt, dann nutzt ihr die Manuelle Belichtung. Jetzt seht ihr auf dem Display die Messwerte und könnt die Belichtung selbst justieren. Die Kamera steht immer noch auf Bereichsbelichtungsmessung und zeigt bei einer auf Mittelgrau belichteten Szene den Wert 0.0 an.

Um jetzt das Bild mehr oder weniger zu belichten, je nach euren eigenen Anforderungen, müsst ihr mit ND Filter, Blende, Verschlusszeit oder ISO Werten die Belichtung verändern. Eine über oder Unterbelichtung seht ihr, wenn sich die Werte in den positiven oder negativen Bereich bewegen. Aber Achtung. Wenn ihr die Bereichsbelichtung nutzt, dann sind die gemessenen Werte logischerweise vom Inhalt des Bildes abhängig. Das heißt, wenn sich viel Weiss im Bild befindet, misst die Kamera ein helleres Bild. Wenn also die Belichtung auf M.M. 0 eingestellt ist, kann in diesem Fall Hauptmotiv etwas zu dunkel dargestellt werden. So kann es passieren, das ihr in einer Schneelandschaft zwar viele Details im Schnee seht, aber das eigentliche Motiv zu Unterbelichtet ist. Hier muss von euch das Bild per Augenmaß analysiert werden, um die Belichtung optimal einzustellen.

Belichtung mit der Grey Card

Wenn ihr die Belichtung sehr exakt einstellen wollt, dann kommt die Grey Card und die Spotmessung der Kamera zum Einsatz. Setzt dazu die Belichtungsmessung auf „Spot“. Jetzt misst die Kamera nur noch im Zentrum des Bildes die Helligkeit. Wird die Greycard von allen relevanten Lichtquellen beschienen, dann könnt ihr mit dem Mess-Spot die Belichtung einstellen. Richtet ihn auf die Greycard und lest den Wert bei M.M. ab. Justiert die Kamera mit Blende, ND Filter, ISO Wert oder Verschlusszeit auf den Wert M.M. = 0. Auch hier steht diese Null für den von Sony vorgegebenen Mittelgrau Wert. 32%.

Belichtung mit der Weisskarte

Ihr könnt die Belichtung auch mit der White Card bzw. einem weissen Blatt Papier einstellen. Richtet den Mess-Spot auf die weisse Fläche und stellt die Belichtung auf den Wert M.M. +2 ein. Achtet aber darauf, das der Messwert auf dem Display nicht blinkt. Denn in diesem Fall würdet ihr außerhalb des Messbereichs liegen. Bei M.M. +2 befindet sich die Kamera im für S-log 2 richtig eingestellten Belichtungsbereich für Weiss. Also 59%

Drunter und drüber

Bevor ihr loslegt, sei hier aber noch ein Wort zum Thema 8Bit und 10Bit Videocodec gesagt. Die A7s nimmt mit einem 8 bit Videocodec auf. Die S-log 2 Methode wurde aber für 10Bit Kameras entwickelt. Bei 8Bit Videos kann es sein die Bilder, bei einer 32% oder 59% Belichtung, beim nachträglichen erhöhen der Helligkeit verrauschen. Sollte euch dieses Rauschen stören, dann gibt es die Möglichkeit den Belichtungslevel um 1 oder 2 Stops zu erhöhen. Allerdings reduziert sich in diesem Fall die Dynamic Range des Bildes. So wie z.B. auch bei einer Erhöhung des ISO Werts. Im Automatik oder Manuellen Modus der Kamera lässt sich die Belichtung ganz einfach erhöhen. Entweder mit den Werten auf der Messskala im Display oder mit dem Belichtungs-ausgleichs-drehrad. Mit der White Card Methode kommt ihr allerdings beim Überbelichten, außerhalb des Messbereiches. An dieser Stelle verändert ihr die Belichtungsstufen mit der Verdopplung oder halbierung der Verschlussgeschwindigkeit.

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Berechnungsbeispiel Shutterspeed und Belichtungskorrektur

Vor der Aufnahme lohnt sich noch ein Blick auf das Historiegramm, um zu Prüfen ob im Bild keine relevanten Bereiche Überbelichtet sind.

Zurück zu den Farben

Dieses dunkle, kontrastlose Bild aus der Kamera muss im Anschluss an die Aufnahmen auf jeden Fall nachbearbeitet werden. Dazu werden im Nachgang die Mittleren Helligkeitswerte etwas angehoben und die hellen Bereiche etwas abgesenkt. Ebenfalls werden die verschiedenen Farben und Helligkeitswerte entsprechend dem gewünschten Resultat verändert.

Berechnung_Shutterspeed
Berechnungsbeispiel Shutterspeed und Belichtungskorrektur

Diesen Vorgang könnt ihr vereinfachen, indem ihr Look Up Tables nutzt. Diese ermöglichen in Colorgrading Programmen wie Resolve die Möglichkeit, das Bild schnell mit passenden Farbwerten zu justieren. Alister Chapman stellt auf seiner Website einige fertige LUTs für die Sony A7s zum Download bereit.

Update
Wenn ihr das Slog 2 Videomaterial ohne den Einsatz von LUTs selbst in der Postproduktion mit Davinci Resolve bearbeiten wollt, zeige ich euch hier wie das geht.

Ich hoffe diese Anleitung hilft euch mit dem S-log 2 Profil von Sony zurecht zu kommen und die 14 Dynamikstufen richtig ausnutzen zu können.

Viel Spaß beim Filmen und wenn ihr noch spezielle Fragen, Anregungen oder Kritik habt, dann schreibt einfach einen Kommentar.

Dieser Artikel entstand in Anlehnung an einen Beitrag von Alister Chapman.

Meine empfohlene Slog 2-Filmausrüstung:
die Sony A7s
den EF Commlite Adapter
das Canon L Objektiv 24-105mm 4.0
eine „billige“ Gegenlichtblende zum auseinanderschneiden
den Rodenstock 77mm Vario ND Filter
die Graukarte, faltbar

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Tags: S-log2, Slog 2, Slog, Sony Alpha7s, A7s, Anleitung, Tutorial, Tipps, Einstellungen, Belichtung

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8 Comments

Carsten Voigt

20. Juni 2015 at 1:10 am

Lieber Gregor Schulze – vielen Dank für die Erläuterungen zu S-Log2. Wir haben vor einigen Tagen mit der Alpha 7s gedreht, nun geht es an die Postproduktion. Ich schneide den Film in Apples Final Cut Pro 6.0.6.
Gibt es irgendetwas, was beim Import zu berücksichtigen ist? Muss da irgendetwas transkodiert werden?
– Und mindestens genau so wichtig: In welchem Format muss der geschnittene Film dann wieder ausgespielt werden, damit die Farbkorrektur optimal stattfinden kann?

Für eine kurze und zeitnahe Antwort wäre ich Ihnen SEHR dankbar.

Beste Grüße für den Moment,

Carsten

    gschulze

    20. Juni 2015 at 12:20 pm

    Hallo Carsten,

    nach vielem probieren und recherchieren habe ich jetzt eine Möglichkeit gefunden in Resolve relativ einfach SLOG2 in den Farbbereich des Ausgangsvideomaterials zu bringen.

    1. Resolve 11: Mit TEncode die XAVCS Dateien in einen MOV Container umkopieren, damit die Audioinhalte mit in Resolve reinkommen.
    2. Deine Videos in die Timeline packen, nicht graden, sondern erstmal exportieren. z.B. als MXF (aber NICHT Quicktime MXF, dieser QT Codec bringt dir eine matschigen Gammahift rein)
    3. Die MXF Dateien kommen dann in dein Videoschnittprogramm rein und sind die Basis für den Schnitt.
    4. Zurück in Resolve kannst du die Slog 2 Inhalte grundlegend Graden indem du im ersten Knoten eine 1D LUT mit SLog2 to Rec709 packst. Und dann im zweiten Knoten die Midtones und Highlights im Primary Modus runterziehst. (keine Angst, nach der LUT im Knoten 1 sieht das Bild schrecklich aus, aber alle Farbinhalte sind trotzdem noch in den Daten enthalten und kommen jetzt wieder zum Vorschein.) Im Knoten 2 kannst du die Shadows z.B. im LOG Modus runterziehen, ich finde da ist der Effekt besser als im Primary Modus.
    5. Jetzt hast du eigentlich schon eine gute Basis für das Graden.
    6. Export in MXF > nutze irgendwas mit 8bit, bei 10bit hatte ich wieder schlagartig ein Rauschen drin, weil 8bit zu 10 bit nicht funktioniert.

      Carsten Voigt

      24. Juni 2015 at 9:45 pm

      Hallo Gregor –

      erstmal: Entschuldige, dass ich SO spät auf deine freundliche und schnelle Antwort vom letzten Samstag reagiere! Ich war in den letzen Tagen ziemlich am Wirbeln und habe mich, was dieses Thema betrifft, auch noch im finalcutprofi-Forum umgehört, habe mit Apple ”konferiert” und mit Cutter-Kollegen. Und komme nun mit Nachfragen zu deiner Antwort zurück.

      Der Stand der Dinge ist: Wie gesagt, ich habe bisher mit Final Cut Pro 6 gearbeitet und bisher – für das, was ich geschnitten habe (vor allem für Veröffentlichungen im Internet) – hat das auch gereicht und gut funktioniert.

      Nun aber, in dieser Situation, scheint es so zu sein, als würde FCP 6 (gekauft im Jahr 2009!) nicht mehr den
      Anforderungen – wie hier z. B. das Arbeiten mit S-Log2 – genügen. So dass die Überlegung war, auf FCP X upzugraden – was aber nochmal ein ganz eigener Arbeitsschritt wäre, weil ich ja auch meine ganzen alten
      Projekte berücksichtigen muss.

      Aber okay – zu den einzelnen Schritten, die du hier aufgeschrieben hast:
      zu 1. ”Resolve 11:” Wo bekomme ich Resolve 11? Gibt es nicht inzwischen sogar Resolve 12? Das ist ein Schnittprogramm? Oder ein Konvertierungsprogramm? – Vor allem aber: ”XAVCS Dateien” finde ich in unserem gedrehten Material nicht. Da sind die .MP4-Files, also die einzelnen Takes. Und dann . XML- Dateien, die wohl jeweils zu den einzelnen Clips gehören.
      Das heißt also: In Resolve 11 gibt es den TEncoder und mit dem konvertiere ich die XAVCS Dateien (sofern ich sie denn finde)? 😉
      zu 2. Dann ziehe ich die Video-Dateien in FCP 6. Sind damit die .MP4-Dateien gemeint? Und die soll ich dann in MXF wandeln? Ich versteh’s nicht wirklich. XAVCS soll ich in .MOV konvertieren und die Videos als MXF – das verwirrt mich. Was ist was?
      zu 3. Kein Problem – Mit den MXF-Dateien mache ich dann den Schnitt.
      zu 4. Und den Schnitt dann zurück konvertieren in Resolve, in XAVCS oder wie? Mit Resolve also kann ich graden, ja? Ist Resolve nicht mit DaVinci verknüpft? DaVinci ist ja sehr komplex – und teuer, die Lite-Version aber wohl kostenlos? Heißt das also: Grading in DaVinci (wenn man sich das denn zutraut).
      ”Knoten”, ”1D LUT” – für mich absolutes Neuland. Würde ich aber wohl über ein gutes Tutorial rauskriegen.
      Was ist denn LUT? Auf einer Website habe ich ”Look Up Tables” gelesen – aber was ist das? PreSets?
      Bei allem Weiteren ahne ich, was du beschreibst – aber eine wirkliche Vorstellung habe ich nicht.
      zu 5. JETZT erst beginnt das Graden? In DaVinci? Oder kann man auch jedes andere Grading-Programm benutzen? Wie gesagt: weil DaVinci wohl zu komplex und teuer ist. Bzw. müsste ich einen Grader finden.
      zu 6. Und anschließend ist der Export in MXF wichtig. Aber in was wird denn dann ganz final ausgespielt?
      Es sollte schon eine QT- (.MOV) Datei sein …

      SORRY, Gregor, ist ein bisschen lang geworden, mit diesen ganzen Anfängerfragen. Würde mich sehr freuen und ich wäre dir sehr dankbar, wenn du sie mir beantworten könntest.

      Soviel für den Moment.

      Allerbeste Grüße aus Berlin –

      Carsten

        gschulze

        24. Juni 2015 at 10:08 pm

        Hallo Carsten,

        ja, der Workflow ist definitiv am Anfang verwirrend. Nach deiner Frage am Samstag habe ich mich an das neuste Tutorial gesetzt, welches du hier findest. Da ist auch der Workflow nochmal erklärt.
        https://www.youtube.com/watch?v=InfQ51j08Cs

        Hier findest du mehr Infos und einen Einstieg in Resolve und wo man es als Free Version bekommt (Free weil man keinen 4k Export hat):
        https://www.youtube.com/watch?v=myZ9FHbMbCs

        Und hier findest du die Antwort auf die Frage, was TEncoder ist und warum man es (leider in Resolve 11) braucht
        https://www.youtube.com/watch?v=1YwfO-rh2Tk

        LUTs sind „Werte-Ersetzungs-Tabellen“. Welche Farbwerte aus dem Importmaterial in vordefinierte Farbwerte ersetzen. In den ganzen Foren werden die mehr oder weniger missbraucht um Colorgradingwerte zu verteilen. Aber eigentlich dienen sie dazu, z.B. auf einem Monitor das Slog Inputmaterial „normal“ bzw. coloriert anzuzeigen.

        Bei Apple kannst du auch den ProRes Codec zum Transfer von Resolve zu FC nehmen. In Win gibts den nicht, daher nehme ich DNxHD.

        Viele Grüße und zeige mir mal einen Link wenn du fertig bist.
        Gregor

Carsten Voigt

18. Oktober 2015 at 11:27 pm

Hallo Gregor – vielleicht erinnerst du dich noch an unsere Korrespondenz im Juni (siehe oben)? Ich weiß ja nicht, wie dich diese Kommentare deiner Leser und Zuschauer erreichen, aber ich vermute – auch weil ich dir nun, nach fast 4 Monaten, wieder auf dieser Seite schreibe – dass du Einblick in die Kommunikation-Historie nehmen kannst?

Inzwischen habe ich das Musikvideo in Final Cut Pro X geschnitten. Und – da wir ja mit der Alpha 7 gedreht haben und das Material also im Slog2-Profil vorliegt – es muss gegraded werden. Das werde ich in Resolve Lite machen.

Nun habe ich noch ein paar Fragen an dich, die aber wahrscheinlich kurz zu beantworten sind.

– Du sagst in einem deiner Tutorials, man müsse das geschnittene Material nun in REC 709 ”quetschen”.
Wie geht das? Über ein LUT? Und wenn ja, wo finde ich den? (Habe auch schon bei Alister Chapman nachgeschaut, aber nur etwas für eine Canon-Lamera gefunden.)
– Ist es denn wichtig, gewissermaßen unabdingbar, das Material in REC 709 zu transferieren? Das ist doch der Fernsehkontrastraum – ist der, sozusagen, das Maß aller Dinge?
– Du schreibst vom XAVC-S Codec – aber den sehe ich nirgends. Was ich von den Alpha7-Karten auf meinen Mac Pro kopiert habe, sind .MP4-Clips und .XML-Dateien. Und die .MP4-Clips haben den H.264-Codec.
– Und vielleicht ist das der Grund, weshalb es hier auch keiner Transcodierung mit TEncode bedarf? Denn TEncode gibt es für den Mac nicht, soweit ich herausgefunden habe. Aber es wird wohl empfohlen, die MP4-Dateien (H.264) in .mov (ProRes) zu wandeln.

Würde mich freuen, von dir zu ”hören”. Das wäre sehr hilfreich.

Beste Grüße für den Moment aus Berlin,

Carsten

    gschulze

    19. Oktober 2015 at 9:39 am

    Hi Carsten,

    ja, an die Fragen erinnere ich mich noch.

    Das Quetschen was ich meine besteht daraus, das du das Material so weit „optimierst“ das es auf einem Standarddisplay angezeigt werden kann und gleichzeitig auf diesem Display der ganze Dynamikumfang erreicht wird.

    1. Ich lege dazu auf den zweiten Knoten die Resolve 1D Lut „Slog2 to REC709“. Dadurch schießen die Highlights deines Videos durch die Decke. Dies kannst du mit den Drehreglern im ersten Knoten soweit anpassen, das du nun alles Highlights und Shadows wieder siehst. Ebenfalls sollte dein Bild „normal“ belichtet sein. An dieser Stelle sehe ich immer das das Bild von den Kontrastwerten her wesentlich weicher und cinematischer wird.
    Jetzt kannst du ab dem dritten Knoten mit dem Graden beginnen. Aber vorsicht, es ist nur 8 Bit Videomaterial. Also ist es hart die Farben anzupassen ohne das Rauschen und Bending zu verstärken.
    2. Der Fernsehkontrastraum ist das Maß aller Dinge, da deine Zuschauer ihre Videos auf diesem Standard sehen werden (Laptop, Flachbildschirm, Fernseher).
    3. Solange du bei der Sony Kamera den XAVC-S Codec zur Aufnahme gewählt hast, liegt das Material im MP4 Container, mit H264 Codierung vor. XAVC-S ist nur eine andere H264 Methode.
    4. TEncoder nutze ich, da die XAVC-S Dateien bei mir in Resolve sonst keine Tonspur haben. Daher kopiere ich sie vom MP4 in den MOV Container.

      Carsten Voigt

      19. Oktober 2015 at 9:53 pm

      Hey Gregor – danke sehr für deine schnelle Antwort! Woher bekomme ich denn die 1D LUT ”Slog2 to REC709”. Finde ich die sogar in Resolve selber? – Und noch ein Frage, bitte: Du arbeitest auch auf der PC, ich auf der Mac-Plattform. Aber wie sind deine wesentlichen TecSpecs, auf deinem Rechner: Wieviel RAM hast du, welche Grafikkarte, welche Geschwindigkeiten? Im Moment scheine ich an die Grenzen meines Rechners zu stossen.

      Allerbeste Grüße aus Berlin nach Dresden. (Sehe gerade im TV – da ist ja ganz schön was los
      bei euch … PEACE!)

      Carsten

        gschulze

        20. Oktober 2015 at 8:56 am

        Moin,

        die LUT findest du indem du in Resolve einen Rechtsklick auf einen Knoden machst, dann auf „1D LUT“ gehst und dort Sony Slog2 to REC709 auswählst. Falls du das nicht hast, schreib mir einfach eine Mail. Ich denke aber es sollte als Standard in Resolve installiert sein.

        Ich habe einen i7 mit irgendwas um die 3 GHz und 32 GB Ram. Dazu eine GTX 770 von NVidia. Ein Flaschenhals war bei mir die Festplatte. Daher liegen meine Projektdaten jetzt auf einer SSD an einem USB 3 Port. Da bekomme ich locker 250 MByte pro Sekunde Lesegeschwindigkeit und habe keine großen Verzögerungen mehr.

        Schade das weder die eine noch die anderen zurückhaltend sind und die Medien damit gefüttert werden. Eigentlich ist es gar nicht so schlimm hier wie es immer geschrieben wird. 🙂

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